Werktage oder Arbeitstage? Der Unterschied mit Beispielen
Der Samstag ist regelmäßig ein Werktag, für viele Beschäftigte aber kein Arbeitstag. Welcher Wert richtig ist, hängt deshalb nicht nur vom Kalender, sondern auch vom konkreten Zweck ab.
Erstellt und geprüft von Oscar Sanz, Entwickler und Betreiber des Tagerechners.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Die kurze Definition
Werktag ist ein rechtlich geprägter Kalenderbegriff. In vielen Zusammenhängen zählen alle Tage außer Sonn- und gesetzlichen Feiertagen – damit gehört der Samstag grundsätzlich dazu. Arbeitstag beschreibt dagegen einen Tag, an dem nach dem jeweiligen Arbeitsmodell tatsächlich gearbeitet wird. Bei einer üblichen Fünf-Tage-Woche sind das Montag bis Freitag; im Einzelhandel, in Kliniken oder in der Gastronomie kann auch der Samstag oder Sonntag ein regulärer Arbeitstag sein.
Die Begriffe sind also keine austauschbaren Synonyme. Ein Zeitraum kann sechs Werktage, aber nur fünf typische Arbeitstage enthalten. Wer bei einer Rechnung das falsche Modell auswählt, erhält schnell eine Abweichung von mehreren Tagen.
Woher kommt die Einordnung des Samstags?
Ein gut verständlicher gesetzlicher Anhaltspunkt ist das Bundesurlaubsgesetz. Nach § 3 Abs. 2 BUrlG gelten als Werktage alle Kalendertage, die nicht Sonn- oder gesetzliche Feiertage sind. Deshalb rechnet das Gesetz mit einer Sechs-Tage-Woche. Wird die Arbeit im Betrieb regelmäßig nur auf fünf Tage verteilt, wird der Urlaubsanspruch für die praktische Anwendung entsprechend umgerechnet.
Diese Definition lässt sich nicht ungeprüft auf jeden Vertrag übertragen. Lieferdienste, Banken, Behörden und Arbeitgeber können eigene Leistungs- oder Arbeitstage festlegen. Maßgeblich sind dann die konkrete Regelung und ihr Kontext. Unser Rechner zeigt deshalb transparent, welches Wochenmodell verwendet wird und welches Bundesland für Feiertage ausgewählt ist.
Vergleich in einer typischen Woche
| Tag | Werktag? | Arbeitstag bei Mo–Fr? |
|---|---|---|
| Montag bis Freitag | ja, sofern kein Feiertag | ja, sofern kein arbeitsfreier Tag |
| Samstag | regelmäßig ja | bei einer Fünf-Tage-Woche nein |
| Sonntag | nein | nur bei entsprechendem Dienstplan |
| Gesetzlicher Feiertag | nein | abhängig von Tätigkeit und Einsatz |
Vier Fälle, in denen der Unterschied wichtig ist
1. Urlaubstage
Für den persönlichen Urlaubsverbrauch zählt, an welchen Tagen Sie ohne Urlaub hätten arbeiten müssen. Wer Montag bis Freitag arbeitet, benötigt für eine freie Kalenderwoche regelmäßig fünf Urlaubstage – obwohl diese Woche sechs Werktage enthält. Bei wechselnden Schichten ist der Dienstplan entscheidend.
2. Liefer- und Bearbeitungszeiten
Die Angabe „drei Werktage“ kann den Samstag einschließen. Viele Unternehmen definieren in ihren Versandbedingungen jedoch eigene Bearbeitungstage, häufig Montag bis Freitag. Lesen Sie deshalb die Begriffsdefinition des Anbieters, bevor Sie ein Lieferdatum versprechen oder reklamieren.
3. Vertragliche und gesetzliche Fristen
Bei Fristen kann der genaue Wortlaut entscheidend sein. „Kalendertage“, „Werktage“ und „Bankarbeitstage“ führen zu verschiedenen Ergebnissen. Zusätzlich regelt § 193 BGB, was bei einem Fristende an Sonnabend, Sonntag oder gesetzlichem Feiertag geschehen kann. Für wichtige Fristen sollte die einschlägige Vorschrift fachlich geprüft werden.
4. Lohn, Projekte und Personalplanung
Für Kapazitätsplanung sind meist die tatsächlichen Arbeitstage relevant. Feiertage unterscheiden sich nach Bundesland, und Teilzeitmodelle verteilen Stunden nicht immer gleichmäßig auf die Woche. Ein pauschaler Wert „Montag bis Freitag“ ist deshalb nur der Ausgangspunkt, nicht automatisch das persönliche Ergebnis.
Warum das Bundesland das Ergebnis verändert
Gesetzliche Feiertage gelten nicht überall gleich. Heilige Drei Könige, Fronleichnam, Reformationstag oder Allerheiligen sind nur in bestimmten Ländern arbeitsfrei. Ein Zeitraum kann daher in Bayern eine andere Zahl von Werk- oder Arbeitstagen haben als in Berlin. Der Ort der Arbeitsstätte ist häufig relevanter als der Wohnort; bei mobilem Arbeiten können betriebliche Regeln hinzukommen.
Im Werktage-Rechner wählen Sie das Bundesland ausdrücklich aus. Für die typische Fünf-Tage-Woche verwenden Sie den Arbeitstage-Rechner. Beide Seiten erläutern neben dem Ergebnis, welche Tage ein- und ausgeschlossen wurden.
Prüfliste vor der Berechnung
- Steht im Ausgangstext wirklich „Werktag“, „Arbeitstag“ oder „Kalendertag“?
- Ist der Samstag laut Vertrag oder Anbieterbedingungen eingeschlossen?
- Welches Bundesland und welcher Arbeitsort sind relevant?
- Gilt ein individueller Dienstplan oder die typische Woche Montag bis Freitag?
- Soll der Endtag mitgezählt werden?
Wer diese fünf Punkte dokumentiert, kann das Ergebnis später nachvollziehen und erklären. Das ist besonders nützlich, wenn mehrere Personen an einer Personal-, Urlaubs- oder Projektplanung beteiligt sind.
Direkt anwenden
Nutzen Sie die Erklärung jetzt für Ihre eigene Berechnung.